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Ártalis Vater schloss sich immer öfter in seinem Arbeitszimmer ein. Einmal hatte er Besuch bekommen. Das war etwas sehr ungewöhnliches. Denn Ártali hatte gedacht, alle Wesen zu kennen, die in seiner Nähe lebten. Außer Silfri und seiner Familie waren das die Tiere im Wald und natürlich die putzigen Bewohner des Baumwipfeldorfes, die er ab und zu besuchte und die ihm immer sehr leckeres Essen kochten. Die Waldgnome schienen sowieso meistens am Kochen oder Essen oder zumindest am Sammeln von Zutaten zum Essenkochen zu sein.
Doch es war weder ein Tier noch ein Gnom aus dem Wald, der vor einigen Wochen zu Besuch kam. Es war einer der ersten warmen Tage gewesen. Ártali hatte mit Silfri getobt und sie lagen dann erschöpft zusammen im Gras an den Klippen und lauschten auf das Rauschen aus dem Meer. Plötzlich war es stiller geworden. Die Wellen waren abgeflacht, als flüsterten sie, als wollten sie unnötigen Lärm vermeiden. Die Vögel verharrten in Schweigen. Selbst die Bienen stellten für kurze Zeit ihr emsiges Summen ein. Ártali hob automatisch den Kopf.
Er sah eine Gestalt am Waldrand stehen. Ein großer Mann in einem langen, braunen und edel schimmernden Gewand. Das Gewand glänzte im Sonnenschein. Ártali schaute voller Ehrfurcht zum Waldrand und sah, wie der Mann langsam auf das Haus seiner Eltern zuschritt. Man konnte seine Füße nicht sehen, da das Gewand bis zum Boden hing. So sah es aus, als schwebte der Mann über das Gras. Kurz bevor er das Haus erreicht hatte, drehte er den Kopf in die Richtung, in der Ártali und Silfri mit angehaltenem Atem lagen. Er sagte „Guten Morgen, junger Ártali, junge Silfri. Möge die Sonne stets für euch scheinen. Mit diesen Worten betrat er das Haus von Ártalis Eltern, das unter einem flachen Hügel in die Erde gegraben war. Als er die Tür geschlossen hatte, begannen die Wellen wieder zu platschen, die Bienen zu summen und die Vögel zu zwitschern.
Auch Ártali und Silfri erwachten wie aus einem Traum. Erst jetzt fiel ihnen auf, dass der geheimnisvolle Fremde viele Drachenmeter weit weg gestanden hatte, als er zu ihnen sprach. Und doch hatten sie jedes Wort verstanden. Ártali sah an Silfris Gesichtsausdruck, dass sie ähnlich verwundert und fasziniert zugleich war.
Dieses Gefühl währte jedoch nur kurz. Dann siegte die Neugier. Und ohne eine Absprache treffen zu müssen, machten sich Silfri und Ártali auf in Richtung Haus, um sich diese merkwürdige Gestalt näher anzusehen. Sie spähten durch das Küchenfenster. Es war niemand da. Doch das Regal, das den Eingang zu Vaters geheimen Arbeitszimmer verbarg, war nicht ganz in die Wand eingerastet.
„Da drin gibt es keine Fenster sagte Silfri enttäuscht. „Der Kamin! Durch die Kaminöffnung können wir vielleicht wenigstens etwas hören! raunte Ártali aufgeregt. Sie legten ihre Ohren an die geschickt durch einen Busch getarnte Öffnung auf dem kleinen Hügel und lauschten. Sie konnten die Stimme von Ártalis Vater hören - und eine andere, sanfte und doch alles durchdringende Stimme – die Stimme des Fremden...
Der Fremde sagte gerade: „...weiß er davon? – Ártalis Vater antwortete: „Nein. Ich hielt es für besser, ihm noch nichts zu erzählen. Er ist noch zu jung... – „Zu jung? Für die Wahrheit kann man nicht zu jung sein. Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Wasserdrachen sammeln sich. Sie spüren, dass etwas geschehen wird. Sie wollen ihrem Herren beistehen. – „Es ist noch zu früh. Bei Zeiten werde ich ihm alles erzählen. – „Wartet nicht zu lange damit, sonst wird es vielleicht zu spät sein.
Ein Windstoß wehte die nun folgenden Wortfetzen in die entgegengesetzte Richtung davon. Das nächste, was Ártali und Silfri verstehen konnten, war etwas, das klang wie „Habt ihr sie erkannt? Und die sanfte Stimme des Fremden antwortete: „Auf den ersten Blick... Und das war auch das letzte, was sie verstehen konnten – es war kein Windstoß, der die beiden Lauscher am Ohr packte und von der Kaminöffnung wegzog, sondern die starken Hände von Drachenmama Blika: „Nana, lauscht ihr etwa? – „Nein, wir doch nicht... sagte Silfri mit ihrem typischen Unschuldsblick. „Mutter, wer ist dieser merkwürdige Mensch? – „Das kann ich dir nicht sagen. Und außerdem ist er kein Mensch... und jetzt helft mir, die Kräuter, die ich gesammelt habe waschen sich nicht von alleine. Kommt mit in die Küche!
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