Eigentlich war es nicht Fengurs Haus. Es war seit Jahrhunderten das Haus der Wissenden. Und irgendwann war nur noch er übrig gewesen. Von den vielen. Er, der Jüngste, der das Alter auch schon in den Knochen spürte. Und ein Nachfolger war nicht in Sicht. Die Zeiten hatten sich geändert. Doch die Kette durfte nicht durchbrochen werden. Andererseits – vielleicht würde sich die Prophezeiung erfüllen. Dann brauchte es keine Kette der Wissenden mehr. Es würde werden wie im ersten Zeitalter nach der Verteilung. Nach dem Beginn unserer Zeit. Friede.

Fengur seufzte. WISSEN IST MACHT. Er fühlte sich machtlos.

Fengur war ein Zauberer. Vor vielen tausend Jahren war etwas geschehen. Lange nach der Verteilung. Etwas hatte sich verändert. Ein großer Krieg – die Menschen hatten ihn begonnen. Danach geriet das Wissen in Vergessenheit. Nur in den wenigen auserwählten Menschen – den Zauberern – lebte es weiter. Bis heute. Und sie gaben ihr Wissen weiter von Generation zu Generation. An diejenigen, die sich als würdig erwiesen. Fengur hatten seinen Nachfolger noch nicht gefunden.

Seine Gedanken drehten sich. Er dachte an die Verteilung, an die glückliche Zeit danach, an die großen Kriege und die Jahrtausende des Vergessens. Er war nicht dabei gewesen. Und doch lebten die Erinnerungen vieler in ihm. Sie hatten ihre Erlebnisse niedergeschrieben. Die Wissenden. Seher und Gelehrte hatten Prophezeiungen niedergeschrieben. Doch nur wenig davon hatte bis heute überlebt - und hatte nach wie vor Gültigkeit. Der Kodex. Die Prophezeiung. Das Wissen.

Das Wissen drohte zu schwinden, der Kodex war gebrochen. Und es konnte noch Jahrtausende so weiter gehen, bis sich die Prophezeiung erfüllen würde. Doch Fengur hatte Hoffnung, dass es bald so weit sein konnte. In dunklen Zeiten ein Licht.