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Dann fragte Ártali: „Hast du schon mal ein Einhorn gesehen, oder wieso sonst willst du gerne eines sein? – „Ich träume von ihnen. Seit ich denken kann. Jede Nacht. In meinen Träumen bin ich ein Einhorn und ich bin frei. In einem Land, das ich nicht kenne, wo viele Einhörner wie ich leben. Aber ich habe die Menschen sagen hören, Einhörner gibt es nicht... Sie schwieg und sah wieder traurig aus.
Dann fragte sie: „Und du - warum willst du denn fliegen können – gefällt es dir hier nicht? – „Doch, natürlich! Aber ich würde so gern übers Meer fliegen und über den Wald und sehen, was es hinter dem Wald alles gibt... – „Hinter dem Wald gibt es nichts... Nichts, das sich zu sehen lohnt. Ich bin tagelang gelaufen, nachdem ich ausgerissen war. Und bis ich hier herkam bin ich niemandem begegnet.
Ártali staunte: „Du kommst direkt aus dem Zirkus? – „Klar, was dachtest du denn. Vor vielen Tagen war da so ein merkwürdiger Mensch. Er hat mich angesehen und hat sich furchtbar erschrocken. Dann hat er plötzlich geweint und hat dann mit Tränen in seinen Augen gesagt: ‚Deine Zeit wird kommen. Hab keine Angst. Ich habe dich gefunden. In dieser Nacht bin ich aufgewacht und meine Käfigtür stand offen. Seitdem bin ich nur noch gelaufen. Ártali war aufgesprungen: „Dann musst du aber Riesenhunger haben. Komm, meine Mama kocht uns bestimmt was leckeres!
Ártali und Silfri waren von diesem Tag an Freunde. Und Ártali wusste ebenfalls von diesem Tag an, dass sein Traum vom Fliegen schon bald in Erfüllung gehen würde – aber dass Silfri niemals ein Einhorn werden würde. Und das war ganz schön traurig.
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